Sie sind hier: Start / Energiewende / Uhlehof 12. Juni 2014

Schwarmstedt im Verband Wohneigentum Niedersachsen e.V.


Energiewende 2 im Uhlehof gut angekommen

Thomas Link, "newslab" an der Kasse

Fußballweltmeisterschaft oder Energiewende?

Diese Frage haben sich am 12. Juni 2014 viele Bürger Schwarmstedts und Umgebung gestellt und knapp 60 Zuschauer haben sich für den Kinofilm des TV-Regisseurs Frank Farenski „Leben mit der Energiewende 2“ entschieden.

Thomas Link von "newslab" nahm dann auch gleich die Zuschauer in Empfang und fordert 0,9 Cent Eintritt. Dieser Betrag sollte die Erhöhung der EEG-Umlage deutlich machen. Gewechselt wurde in halbierten Cent Münzen, was die Stimmung gleich etwas auflockerte.

Nach der Begrüßung der Zuschauer durch Herrn Runne vom Verband Wohneigentum Schwarmstedt stellte der Pressesprecher vom Landesverband diesen  kurz vor und betonte die Seriosität des Verbandes. Entstanden aus den Siedlern vergangener Tage, die sich zusammenschlossen und in Nachbarschaftshilfe ganze Siedlungen entstehen ließen, hat sich der Verband mit heute 370 Tausend Mitgliedern bundesweit und 47 Tausend Mitgliedern allein in Niedersachsen zum heutigen Verband weiter entwickelt.

Da, wo der Einzelne alleine machtlos ist, setzt sich der Verband ein, denn auch Haus- und Wohnungseigentümer brauchen heute leider ein Lobby. 

Dass jeder Einzelne auch heute schon die Energiewende mitgestalten kann, war nach dem Film allen klar. Aber auch die Wende im großen Stil, wo ganze Baugebiete (Siedlungen) vernetzt autark eigene Energie erzeugen und verbrauchen, ist ein großes Thema und für einen einzelnen Bauwilligen kaum zu bewältigen. Hier setzt die Kompetenz des Verbandes ein und führt so Entscheidungsträger, Geldgeber, Kommunen und Bauherren zusammen.

Das Beispiel aus dem Film "Energieautarke Siedlung" in Norderstedt, im südlichen Schleswig-Holstein, fand großes Interesse! Zu bedauern war, dass kein örtlicher Kommunalpolitiker anwesend war und so sprang Thomas Link ein und erläuterte die Vorgehensweise der Projektverantwortlichen.

Speziell wurde die straßenweise Versorgung mit Energie untereinander und die Nachrüstung hinterfragt. Zu dieser Thematik will der Verband erfahrene Kommunalpolitiker aus Gemeinden mit solchen Konzepten einladen, um mit ihnen zu diskutieren. Eine Initiative der Samtgemeinde Schwarmstedt wäre dabei wünschenswert.

 Am Beispiel von realisierten Anlagen zeigte der Film, dass sich durch die Kombination von Stromerzeugung, Heizung und Warmwasser die Energiekosten ganzjährig um mehr als 60% senken lassen.

 Ein Elektrobetrieb bewies, dass sich durch Solarbetrieb sogar eine elektrische Infrarotheizung an der Decke der Büroräume rentiert. Durch die Strahlungswärme wird eine wohlige Temperatur erzeugt, die sogar vom Empfinden her übliche Raumtemperaturen von 22 Grad Celsius schon mit 19 Grad erreicht.

 

Neu waren für die Zuschauer die sogenannten Balkonkraftwerke. Dabei werden Solarplatten, die mit einem Wechselrichter ausgestattet sind, einfach in die häusliche Steckdose gesteckt und liefern den erzeugten Strom ins eigene Haus. Dieser Teil des Stroms muss nicht vom Stromversorger gekauft werden und senkt somit die Stromkosten. Die Funktionsweise und eine Rentabilitätsrechnung sollen in einer an diesem Abend ins Leben gerufenen Arbeitsgruppe vorgestellt werden.

Am Schluss wurde die bereits ausgereifte Technologie "Power to Gas" (P2G) im Film vorgestellt. Die einfache Erzeugung von Wasserstoff durch Elektrolyse und Verbindung mit Kohlendioxid macht die Einspeisung in das Erdgasnetz möglich. Das bestehende Erdgasnetz kann eine unvorstellbare Menge an Energie speichern und verhält sich auch bei der Energieübertragung vorbildlich. Während man durch die geplante 380kV Doppeltrasse gerade mal 3,5 Giga Watt tranportieren kann, bringt es eine schon bestehende Erdgasleitung auf 70 Giga Watt thermisch.

Vor diesem Hintergrund betonte Runne noch einmal, dass vor 3 Jahren die Einlagerung von Kohlendioxid in die bestehenden Erdspeicher hoch diskutiert wurde und ein Entweichen in die Umgebung zu 100% ausgeschlossen wurde. Dies ist Gott sei Dank vom Tisch. Unverständlich ist jetzt aber, dass gerade diese gasdichten Erdschichten durch Fraking zerstört werden. So werden nicht nur bestehende Gasreserven ohne Grund ausgebeutet, sondern Energiespeichermöglichkeiten für alle Zeiten zerstört.

Der Film bot aber noch eine ganze Menge mehr an Informationen, die durch Thomas Link von newslab im Anschluss kommentiert wurden. Die Diskussion zeigte, dass der Film auf ein reges Interesse stieß. Im Schlusswort wurde der schon in Arbeit befindliche Teil 3 angekündigt. Die einhellige Meinung war, dass dieser Teil 3 unbedingt wieder in Schwarmstedt gezeigt werden sollte.

Der Film kann über diesen Link noch einmal angeschaut werden.